Zwei OBS-Livestreams auf einem Mac mini – unser 24/7-Praxistest

Zwei Kameras, zwei OBS-Instanzen, zwei getrennte Livestreams – und nur ein Mac mini M4.

Im Frankenwälder Vogelhaus laufen unsere Livestreams rund um die Uhr. Lange Zeit übernahm diese Aufgabe ein Windows-PC. Im September 2026 wollten wir wissen: Kann ein Mac mini M4 zwei voneinander unabhängige OBS-Livestreams gleichzeitig zuverlässig übernehmen?

Die überraschende Lösung war weder eine virtuelle Maschine noch eine komplizierte Multi-OBS-Konfiguration. Wir nutzen zwei getrennte macOS-Benutzerkonten – und damit zwei vollständig voneinander unabhängige OBS-Umgebungen auf demselben Mac.

Auf dieser Seite dokumentieren wir unser tatsächliches Setup, unsere Einstellungen, die Probleme auf dem Weg dorthin und die Ergebnisse aus dem laufenden 24/7-Praxistest.

Stand: 28. September 2026 · Langzeittest läuft

Warum wir überhaupt nach einer neuen Lösung gesucht haben

Unsere Livestreams laufen viele Stunden am Tag und stellen andere Anforderungen an die Technik als ein klassischer kurzer Livestream. Zwei Kameras sollen unabhängig voneinander senden, beide Streams müssen getrennt steuerbar sein und das System soll möglichst wartungsarm im Dauerbetrieb laufen.

Zunächst übernahm diese Aufgabe ein Windows-PC mit AMD-Ryzen-Prozessor. Technisch funktionierte das grundsätzlich gut. Unser Ziel war jedoch, die Streams auf einen Mac mini M4 umzuziehen und dabei zwei vollständig voneinander unabhängige OBS-Umgebungen auf nur einem Rechner zu betreiben.

Genau hier begann die eigentliche Herausforderung: Mehrere OBS-Instanzen innerhalb desselben macOS-Benutzerkontos erwiesen sich für unseren Einsatzzweck als keine gute Lösung. Einstellungen und Konfigurationen ließen sich nicht so sauber voneinander trennen, wie wir es für einen zuverlässigen 24/7-Betrieb wollten.

Nach verschiedenen Versuchen fanden wir schließlich eine erstaunlich einfache Lösung: Nicht zwei OBS-Instanzen in einem Benutzerkonto – sondern ein eigenes macOS-Benutzerkonto für jeden Stream.

 

So funktioniert unser Zwei-Stream-Setup

Der entscheidende Kniff ist die Benutzertrennung von macOS. Auf dem Mac mini ist OBS nur einmal als Anwendung installiert. Die beiden macOS-Benutzer besitzen jedoch jeweils ihre eigene OBS-Konfiguration mit eigenen Szenen, Quellen, Streaming-Einstellungen und Zugangsdaten.

Über den schnellen Benutzerwechsel bleiben beide Benutzer gleichzeitig angemeldet. Dadurch können auch beide OBS-Sitzungen parallel weiterlaufen – obwohl auf dem Mac nur eine OBS-Installation vorhanden ist.

Stream 1: Dahua-Kamera → RTSP → Benutzer „Dirk“ → OBS → Restream → YouTube / Twitch / Kick
Stream 2: Dahua-Kamera → RTSP → Benutzer „Vogelhaus“ → OBS → Restream → YouTube / Twitch / Kick

Beide Streams laufen gleichzeitig und vollkommen unabhängig voneinander auf demselben Mac mini M4.

Mehrere OBS-Instanzen innerhalb desselben Benutzerkontos haben wir bewusst verworfen. In unserem Test überschnitten sich Einstellungen und Änderungen zwischen den Instanzen. Zwei getrennte macOS-Benutzerkonten erwiesen sich dagegen als wesentlich einfacher und sauber voneinander getrennt.

 

Unsere Einstellungen im Detail

Beide OBS-Umgebungen arbeiten bei uns mit 1920 × 1080 Pixeln und 25 Bildern pro Sekunde. Die Kamerabilder werden per RTSP von unseren Dahua-Kameras übernommen. Für eine möglichst stabile Verbindung verwenden wir RTSP über TCP.

Eine Einstellung hat sich bei uns als besonders wichtig erwiesen:

FFmpeg-Optionen:
rtsp_transport=tcp rtsp_flags=prefer_tcp

Für die Übertragung zu Restream verwenden wir aktuell rund 5.000 kbit/s Videobitrate je Stream.

Zusätzlich ist in beiden OBS-Umgebungen unter Einstellungen → Erweitert → Netzwerk die Option „Bitrate dynamisch ändern, um Überlastung zu verwalten“ aktiviert. Bei kurzfristigen Netzwerkengpässen kann OBS dadurch die Bitrate vorübergehend reduzieren und anschließend wieder erhöhen.

Aktueller Praxiswert: Beide Streams laufen parallel mit 0,0 % ausgelassenen Netzwerkframes. Die CPU-Auslastung liegt dabei bei lediglich etwa 4–5 % je OBS-Stream.

 

Netzwerk und FRITZ!Box – hier wurde es interessant

Zwei OBS-Streams mit jeweils rund 5.000 kbit/s stellen nicht nur Anforderungen an den Rechner, sondern vor allem an die Internetverbindung. In unserem Fall laufen beide Streams über eine kabelgebundene Gigabit-LAN-Verbindung vom Mac mini zur FRITZ!Box 7590 AX.

Im normalen Dauerbetrieb laufen beide Streams stabil. Interessant wurde es bei einem gezielten Belastungstest: Während beide Livestreams aktiv waren, starteten wir auf demselben Mac einen größeren Download.

Dabei sank die von OBS übertragene Bitrate zeitweise deutlich ab. Durch die aktivierte dynamische Bitrate blieb die Verbindung jedoch bestehen und OBS meldete weiterhin 0,0 % ausgelassene Netzwerkframes. Nach kurzer Zeit stieg die Übertragungsrate selbst bei weiterlaufendem Download wieder bis auf rund 5.000 kbit/s.

Zusätzlich haben wir in der FRITZ!Box eine eigene Netzwerkanwendung für unseren Streamingverkehr eingerichtet:

Protokoll: TCP
Zielport: 1935
Gerät: Mac mini über LAN
Priorisierung: Echtzeitanwendung

Hintergrund: Unsere OBS-Instanzen senden über rtmp://live.restream.io/live an Restream. Für diese RTMP-Verbindung wird TCP-Port 1935 verwendet.

Unsere Erfahrung bisher: Die Priorisierung ersetzt keine ausreichende Upload-Bandbreite. Sie kann aber dabei helfen, den Streamingverkehr gegenüber anderem Datenverkehr bevorzugt zu behandeln. Die dynamische Bitrate von OBS dient uns zusätzlich als Sicherheitsnetz bei kurzfristigen Engpässen.

⚠️ Wichtig:
Die Netzwerkwerte sind keine allgemeingültige Empfehlung für jede Internetverbindung. Sie dokumentieren unser konkretes Setup und unseren Praxistest. Wer die Konfiguration übernimmt, sollte insbesondere den tatsächlich verwendeten Streamingdienst und Port prüfen.

 

Zwischenfazit: Der Mac mini M4 überrascht uns

Nach den ersten Betriebsstunden fällt unser Zwischenfazit sehr positiv aus. Beide OBS-Umgebungen laufen gleichzeitig auf demselben Mac mini M4 und benötigen dabei jeweils nur etwa 4–5 % CPU-Leistung.

Im normalen Betrieb zeigen beide Streams aktuell 0,0 % ausgelassene Netzwerkframes. Der Mac mini selbst ist damit weit davon entfernt, an seine Leistungsgrenze zu kommen. Für unser Setup scheint momentan nicht die Rechenleistung, sondern eher die verfügbare Netzwerk- und Uploadkapazität der begrenzende Faktor zu sein.

Besonders überzeugt uns die Trennung über zwei macOS-Benutzerkonten. Jeder Stream besitzt seine eigene OBS-Konfiguration, seine eigenen Szenen und Quellen und kann unabhängig vom anderen verwaltet werden. Gleichzeitig laufen beide Benutzer über den schnellen Benutzerwechsel parallel weiter.

Für uns ist diese Lösung wesentlich übersichtlicher als der Versuch, mehrere OBS-Instanzen innerhalb desselben Benutzerkontos voneinander zu trennen.

 

🟢 Aktueller Stand – 28.09.2026

2 unabhängige OBS-Streams
1920 × 1080 / 25 fps
ca. 5.000 kbit/s je Stream
ca. 4–5 % CPU je OBS-Instanz
0,0 % ausgelassene Netzwerkframes
24/7-Langzeittest läuft

Wir aktualisieren diesen Praxistest.
Das Frankenwälder Vogelhaus ist kein Testlabor – die Technik läuft bei uns unter realen Bedingungen im täglichen Dauerbetrieb. Deshalb ergänzen wir diese Seite, sobald neue Erfahrungen, Probleme oder Verbesserungen hinzukommen.